Gesundheitsblog – Prävention
Fast jede*r Achte in Deutschland hatte im letzten Jahr Rückenschmerzen – 81 %, um genau zu sein. Bei rund einem Drittel der Bevölkerung sind sie sogar ärztlich dokumentiert. Rückenschmerzen sind damit eine der häufigsten gesundheitlichen Beschwerden überhaupt – aber sie sind kein Schicksal, dem man einfach ausgeliefert ist. Was die Forschung dazu sagt und wie du aktiv gegensteuern kannst, erfährst du in diesem Beitrag.
81 %
hatten im letzten Jahr Rückenschmerzen (AOK/forsa)
~85–90 %
der Fälle sind „unspezifisch“
Nur Bewegung
ist laut AOK-Gesundheitsatlas nachweislich präventiv wirksam
Rückenschmerzen sind weit verbreitet – aber nicht unveränderlich
Laut einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der AOK gaben 81 Prozent der Befragten an, im vergangenen Jahr mindestens einmal Rückenschmerzen gehabt zu haben. Der Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt zudem, dass bei rund einem Drittel der Bevölkerung – etwa 26 Millionen Menschen – Rückenschmerzen sogar ärztlich dokumentiert sind, mit besonders hohen Werten bei älteren Menschen und Frauen. Wirtschaftlich schlägt sich das deutlich nieder: Rückenleiden zählen zu den teuersten Krankheitsbildern in Deutschland und sind für einen erheblichen Anteil der Arbeitsunfähigkeitstage verantwortlich.
Die gute Nachricht: Das Wissen über die Ursachen ist in der Bevölkerung längst vorhanden. In derselben Umfrage wussten die allermeisten Menschen, dass Bewegungsmangel und einseitiges Sitzen zentrale Risikofaktoren sind. Das Problem liegt eher darin, dieses Wissen tatsächlich in regelmäßige Bewegung umzusetzen.

Warum die meisten Rückenschmerzen „unspezifisch“ sind
In der Physiotherapie unterscheiden wir zwischen spezifischen und unspezifischen Rückenschmerzen. Spezifisch bedeutet: Es gibt eine klar diagnostizierbare Ursache, etwa einen Bandscheibenvorfall. Das betrifft aber nur einen kleinen Teil der Fälle. Der weit überwiegende Teil – Schätzungen gehen von 85 bis 90 Prozent aus – ist unspezifisch: Die Beschwerden lassen sich nicht auf eine einzelne strukturelle Ursache zurückführen, sondern entstehen meist im Zusammenspiel aus Bewegungsmangel, einseitiger Belastung, muskulären Dysbalancen und manchmal auch Stress.
Das ist tatsächlich eine gute Nachricht: Unspezifische Rückenschmerzen bedeuten in aller Regel nicht, dass etwas an der Wirbelsäule „kaputt“ ist. Genau deshalb setzt die Behandlung – und vor allem die Vorbeugung – vor allem an einem Hebel an: gezielter, regelmäßiger Bewegung.
Was aktuelle Studien zur Prävention sagen
Genau hier setzt die wissenschaftliche Evidenz sehr klar an. Ein Cochrane-Review, eine der höchsten Evidenzstufen in der Medizin, hat systematisch untersucht, ob Bewegungsprogramme erneute Rückenschmerz-Episoden verhindern können. Das Ergebnis: Es gibt Evidenz moderater Qualität dafür, dass Bewegungsprogramme nach einer ersten Behandlung sowohl die Häufigkeit als auch die Anzahl erneuter Rückenschmerz-Episoden reduzieren können.
Auch für bereits bestehende chronische Rückenschmerzen bestätigt ein aktueller Cochrane-Review aus über 249 Studien mit fast 24.500 Teilnehmenden, dass gezieltes Training im Vergleich zu üblichen Behandlungsmethoden Schmerzen wirksamer reduzieren und die Funktionsfähigkeit verbessern kann – bei insgesamt guter Verträglichkeit.
Diese Studienlage deckt sich auch mit den Erfahrungswerten aus der Versorgungspraxis: Der AOK-Gesundheitsatlas kommt zu dem Schluss, dass von allen untersuchten Maßnahmen zur Vorbeugung von Rückenschmerzen nachweislich vor allem regelmäßige körperliche Aktivität wirksam ist. In der forsa-Umfrage berichteten zudem 59 Prozent der Betroffenen, dass ihnen regelmäßige Bewegung geholfen hat, Rückenschmerzen zu lindern oder sogar loszuwerden – bei gezielten Rückenübungen waren es 48 Prozent.
Was bedeutet das für deinen Alltag?
- Bewegung schlägt Schonung. Wer sich bei Rückenschmerzen komplett schont, verzögert die Genesung eher, als sie zu beschleunigen.
- Regelmäßigkeit zählt mehr als Intensität. Kurze, aber konsequent wiederkehrende Übungseinheiten wirken nachhaltiger als sporadisches Training.
- Rumpfstabilität und Beweglichkeit gemeinsam trainieren. Reine Kraft ohne Beweglichkeit – oder umgekehrt – greift zu kurz.
- Sitzzeiten aktiv unterbrechen. Langes, einseitiges Sitzen bleibt einer der am besten belegten Risikofaktoren.
- Fachliche Anleitung nutzen. Falsch ausgeführte Übungen bringen wenig bis nichts – die Qualität der Bewegung entscheidet.
Warum ein begleiteter Kurs mehr bringt als Alleine-Üben
Die Studienlage ist eindeutig: Bewegung wirkt. Die Praxis zeigt aber auch, dass viele Menschen es allein schwer schaffen, dranzubleiben oder die richtigen Übungen für die eigene Situation zu finden. Genau deshalb setzen wir bei unserem RückenFit-Kurs auf drei Dinge, die in Studien immer wieder als entscheidend für den Erfolg identifiziert werden: fachlich angeleitetes Training, eine feste Kursstruktur mit Wiederholung und die soziale Verbindlichkeit einer Gruppe.

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Geleitet wird der Kurs von unserer Therapeutin Lara Schöler, die RückenFit bei uns bereits seit sechs Jahren betreut und dabei schon vielen Teilnehmer*innen zu einem beweglicheren, schmerzärmeren Alltag verholfen hat.
RückenFit – der nächste Kurs
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Quellen:
- AOK-Bundesverband / forsa: Repräsentativumfrage zu Rückenschmerzen, 2024. aok.de/pp/bv/pm/aok-umfrage-81-prozent-der-bevoelkerung-haben-ruecken/
- Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO): Gesundheitsatlas Deutschland – Rückenschmerzen, 2023. gesundheitsatlas-deutschland.de
- Choi BKL et al.: Exercises for prevention of recurrences of low-back pain. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2010 (CD006555). cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD006555
- Hayden JA et al.: Exercise therapy for chronic low back pain. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2021 (CD009790). cochrane.org/evidence/CD009790_exercise-treatment-chronic-low-back-pain
- Techniker Krankenkasse: Ursachen von Rückenschmerzen. tk.de
