Manuelle Therapie nach dem Maitland-Konzept – gezielt, dosiert, wirksam und evidenzbasiert.
Gelenke, die sich nicht mehr frei bewegen und ein Nacken, der morgens steif ist. Ein Knie, das beim Treppensteigen schmerzt oder eine Schulter, die seit Wochen nicht mehr über den Kopf geht. Hinter vielen solcher Beschwerden stecken Funktionsstörungen, die sich mit der richtigen Unterstützung gezielt behandeln lassen.
Manuelle Therapie nach dem Maitland-Konzept ist ein international etabliertes physiotherapeutisches Behandlungsverfahren. Es verbindet systematische Befundaufnahme, präzise Gelenkmobilisation und aktive Übungstherapie zu einem Ansatz, der nicht nach Schema F arbeitet. Sondern nach dem, was Sie als Patient konkret brauchen.
„Behandle den Patienten – nicht den Befund.“
— Geoff Maitland, Begründer des Maitland-Konzepts
In unserer Praxis für Physiotherapie Rundumfit in Krefeld setzen wir das Maitland-Konzept als festen Bestandteil unserer Arbeit ein. Was das bedeutet und wie es Ihnen helfen kann, erklären wir auf dieser Seite.
Was ist das Maitland-Konzept?
Geoffrey Douglas Maitland (1924–2010) war ein australischer Physiotherapeut, der in den 1950er-Jahren begann, ein systematisches Konzept zur Untersuchung und Behandlung von Gelenk- und Wirbelsäulenproblemen zu entwickeln. Sein Ansatz revolutionierte die Physiotherapie weltweit und ist heute in über 40 Ländern Teil der Ausbildung.
Jede Behandlung beginnt mit einer genauen Untersuchung: Welche Bewegungen sind eingeschränkt? Was provoziert den Schmerz? Was lindert ihn? Der Befund bestimmt die Therapie – nicht umgekehrt.
Gezielte, dosierte Bewegungen an Gelenken und Wirbelsäule – vom Therapeuten ausgeführt, in Intensität und Amplitude präzise abgestimmt. Kein Einrenken, kein Knacken. Sanft, rhythmisch, kontrolliert.
Maitland definiert vier Mobilisationsgrade (I–IV) – von leichten, schmerzarmen Oszillationen bis zu tiefen Mobilisationen am Bewegungsende. Jeder Grad hat seinen Zweck und seine Indikation.
Nach jeder Intervention wird neu bewertet: Hat sich die Beweglichkeit verbessert? Hat der Schmerz nachgelassen? Die Therapie passt sich ständig an den aktuellen Befund an.
Manuelle Therapie endet nicht auf der Behandlungsliege. Gezielte Heimübungen sichern das Ergebnis und geben Ihnen Eigenverantwortung zurück. Passiv behandelt werden ist gut – aktiv gesund bleiben ist besser.
Das Maitland-Konzept schließt auch die Behandlung von Nervenstrukturen ein. Taubheit, Kribbeln oder ausstrahlende Schmerzen in Arme oder Beine können durch gezielte Nervengleittechniken positiv beeinflusst werden.
Quelle: https://www.imta.ch/de/ & https://www.dvmt.org
Was stimmt und was stimmt nicht?
„Manuelle Therapie heißt einrenken und knacken.“
Das Maitland-Konzept arbeitet ausschließlich mit sanften, dosierten Mobilisationstechniken. Manipulation mit Impuls (das „Knacken“) ist eine andere Technik und wird im Maitland-Konzept selten und nur gezielt eingesetzt.
Maitland ist schonend, präzise und jederzeit steuerbar.
Sie bestimmen mit. Jede Technik wird in Intensität und Dosierung angepasst – Ihr Feedback nach jeder Intervention ist fester Bestandteil der Behandlung.
„Nach manueller Therapie muss es erst schlimmer werden.“
Eine leichte Behandlungsreaktion (Muskelkater-Gefühl) kann vorkommen und ist normal. Starke Schmerzen nach der Behandlung sind ein Signal, dass Dosis oder Technik angepasst werden müssen.
Viele Patienten spüren bereits nach der ersten Einheit Verbesserung.
Durch die kontinuierliche Neubewertung direkt in der Sitzung können wir sicherstellen, dass die Behandlung in die richtige Richtung geht – und sofort reagieren, wenn nicht.
„Manuelle Therapie ist nur etwas für den Rücken.“
Das Maitland-Konzept wird an der gesamten Wirbelsäule und an allen peripheren Gelenken eingesetzt – Schulter, Hüfte, Knie, Sprunggelenk, Kiefer und mehr.
Manuelle Therapie wirkt am gesamten Bewegungsapparat.
Von der Halswirbelsäule bis zum Sprunggelenk, von Kopfschmerzen bis Knieproblemen – überall dort, wo Gelenke und Nerven an Funktion verloren haben, kann manuell gearbeitet werden.
„Manuelle Therapie und Chiropraktik sind dasselbe.“
Physiotherapeutische Manuelle Therapie (nach Maitland, Kaltenborn oder McKenzie) und Chiropraktik sind eigenständige Disziplinen mit unterschiedlicher Ausbildung, Philosophie und Technik.
Physiotherapeutische Manuelle Therapie ist ein Heilmittel – kassenfähig und ärztlich verordnungsfähig.
Als Kassenleistung auf ärztlicher Verordnung ist sie in ein umfassendes Behandlungskonzept eingebettet – mit Befund, Neubewertung und aktivem Eigentraining.
Bei welchen Beschwerden hilft Manuelle Therapie?
Manuelle Therapie nach dem Maitland-Konzept ist kein Allheilmittel. Aber sie ist außerordentlich wirksam dort, wo Gelenke, Wirbelsäule oder Nervenstrukturen ihre normale Funktion verloren haben. Die häufigsten Beschwerdebilder, die wir in unserer Praxis in Krefeld damit behandeln:
- Rückenschmerzen (LWS)
- Nackenschmerzen & HWS-Beschwerden
- BWS-Blockierungen, Atemschmerzen
- Bandscheibenvorfälle (konservativ)
- Zustand nach Wirbelsäulen-OP
- Schulterimpingement, frozen shoulder
- Tennisellenbogen / Golferellenbogen
- Karpaltunnelsyndrom (begleitend)
- ACG- und SCG-Beschwerden
- Fingergelenksarthrose
- Hüftarthrose, Hüftimpingement
- Kniebeschwerden, Kniearthrose
- Sprunggelenk nach Umknicktrauma
- Patellaspitzensyndrom
- Zustand nach Hüft- oder Knie-TEP
- Ischias-Symptomatik
- Taubheit / Kribbeln in Arm oder Bein
- Zervikogene Kopfschmerzen
- Thoracic-outlet-Syndrom
- Piriformis-Syndrom
Manuelle Therapie in Krefeld – so arbeiten wir
Manuelle Therapie nach dem Maitland-Konzept ist kein starres Protokoll, sondern ein klinisches Denksystem. Jede Sitzung bei uns folgt demselben Grundprinzip: genau hinschauen, gezielt behandeln und sofort neu bewerten.
Manuelle Therapie nach dem Maitland-Konzept ist kein starres Protokoll, sondern ein klinisches Denksystem. Jede Sitzung bei uns folgt demselben Grundprinzip: genau hinschauen, gezielt behandeln, sofort neu bewerten.
- Ausführliche Anamnese & Befundaufnahme – Wir fragen nach Ihrer Geschichte: Wann haben die Beschwerden begonnen? Was macht sie besser oder schlimmer? Welche Bewegungen sind betroffen? Erst dann untersuchen wir.
- Klinische Untersuchung – Aktive und passive Bewegungstests, Gelenkspiel-Untersuchung, neurologische Screening-Tests. Wir suchen nach der Quelle des Problems – nicht nur nach dem Symptom.
- Behandlung mit dosierten Mobilisationstechniken – Passive Gelenkbewegungen, Weichteiltechniken, Nervengleittechniken – immer dosiert nach den Maitland-Graden I bis IV, immer angepasst an Ihre Reaktion.
- Sofortige Neubewertung – Nach jeder Technik: Hat sich etwas verändert? Mehr Beweglichkeit? Weniger Schmerz? Dieses Feedback steuert die weitere Behandlung in Echtzeit. Dieses Feedback steuert die weitere Behandlung in Echtzeit.
- Aktives Heimübungsprogramm – Sie bekommen konkrete Übungen mit nach Hause. Manuelle Therapie entfaltet ihre volle Wirkung erst in Kombination mit aktivem Training.
- Aufklärung & Prävention – Wir erklären Ihnen, was los ist – in Sprache, die Sie verstehen. Und wir zeigen Ihnen, wie Sie Rückfälle langfristig vermeiden.
Häufige Fragen zur Manuellen Therapie
Was ist der Unterschied zwischen Manueller Therapie und normaler Krankengymnastik? +
Krankengymnastik (KG) ist der übergeordnete Begriff für physiotherapeutische Übungsbehandlungen. Manuelle Therapie (KG-MT) ist eine Spezialisierung: Sie erfordert eine Zusatzausbildung und fokussiert sich auf die gezielte Untersuchung und Behandlung von Gelenk- und Nervenfunktionsstörungen durch Handgriffe und Mobilisationstechniken. Auf dem Rezept sind es unterschiedliche Heilmittelziffern.
Tut Manuelle Therapie weh? +
Manuelle Therapie nach dem Maitland-Konzept arbeitet stets im Rahmen Ihrer Schmerztoleranz. Ein leichtes Ziehen oder Druckgefühl ist normal – starke Schmerzen sind ein Signal, dass etwas angepasst werden muss. Sie bestimmen jederzeit mit. Eine leichte Behandlungsreaktion in den 24 Stunden nach der Therapie (ähnlich einem Muskelkater) ist möglich und klingt in der Regel rasch ab.
Wie viele Einheiten Manuelle Therapie brauche ich? +
Das variiert je nach Diagnose, Beschwerdedauer und Ihrem persönlichen Ansprechen auf die Therapie. Bei akuten Blockierungen oder frischen Funktionsstörungen zeigen sich oft schon nach 2–4 Einheiten deutliche Verbesserungen. Chronische oder komplexe Beschwerden erfordern in der Regel einen längeren Therapieverlauf mit aktivem Eigentraining. Wir planen gemeinsam mit Ihnen realistisch.
Brauche ich ein MRT oder Röntgenbild vor der Manuellen Therapie? +
In den meisten Fällen nicht. Bei typischen Gelenk- und Wirbelsäulenbeschwerden ohne neurologische Ausfälle oder Warnsignale beginnen wir die Therapie auf Basis der klinischen Untersuchung. Bildgebung ist sinnvoll, wenn sie vorliegt – aber keine Voraussetzung. Bei unklaren Beschwerden oder Warnsignalen weisen wir Sie gezielt an den richtigen Arzt.
Was steht auf dem Rezept für Manuelle Therapie? +
Ihr Arzt muss auf dem Heilmittelrezept ausdrücklich „Manuelle Therapie“ oder die Kürzel „KG-MT“ eintragen. Allgemeine Krankengymnastik (KG) reicht nicht aus. Falls Sie unsicher sind, ob Ihr Rezept korrekt ausgestellt ist, sprechen Sie uns einfach an – wir helfen gern.
Kann ich Manuelle Therapie auch ohne Rezept in Anspruch nehmen? +
Ja. Als Selbstzahler oder mit Privatrezept (z. B. bei privat Versicherten) sind Sie ohne Verordnung herzlich willkommen. Viele Patienten schätzen die Möglichkeit, direkt und ohne Wartezeit beim Arzt einen Termin zu vereinbaren. Sprechen Sie uns für aktuelle Preise gerne an.
Was ist der Unterschied zwischen Maitland, Kaltenborn und McKenzie? +
Alle drei sind anerkannte Konzepte der Manuellen Therapie – mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Maitland betont die klinische Neubewertung und dosierte Mobilisation. Kaltenborn arbeitet stärker mit biomechanischen Gelenkachsen und Traktionen. McKenzie fokussiert auf Bewegungsrichtungen und Eigenübungen, besonders bei Bandscheibenproblemen. In modernen physiotherapeutischen Konzepten werden diese Ansätze oft kombiniert – so auch bei uns.
Mit Freude in Bewegung – wir helfen Ihnen dabei.
Gelenk- und Wirbelsäulenbeschwerden müssen Sie nicht einfach hinnehmen. Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Physiotherapiepraxis in Krefeld – und erfahren Sie, was gezielte Manuelle Therapie für Sie bewirken kann.
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