Beckenbodentraining – mehr als nur Kegel-Übungen
Der Beckenboden ist eine der am meisten unterschätzten Muskelgruppen des Körpers. Er trägt die Organe des kleinen Beckens, stabilisiert die Wirbelsäule, ist an der Kontinenz beteiligt und spielt eine wichtige Rolle in der Sexualfunktion – bei Frauen wie bei Männern. Trotzdem wird er erst dann wahrgenommen, wenn er bereits Probleme macht.
Gezieltes Beckenbodentraining in der Physiotherapie geht weit über das Anspannen und Loslassen hinaus. Es geht um Körperwahrnehmung, Koordination und Kraft. Zusätzlich um die Fähigkeit zur bewussten Entspannung. Denn ein zu stark verspannter Beckenboden kann genauso problematisch sein wie ein zu schwacher.
„Der Beckenboden vergisst nicht – aber er lässt sich neu erlernen.“

In unserer Praxis für Physiotherapie und funktionelle Fitness in Krefeld bieten wir professionelles, individuell und abgestimmtes Beckenbodentraining an. Geeignet für Frauen nach der Geburt, für Männer nach Operationen und bei Inkontinenz, Schmerzen oder einfach zur Prävention.
Für wen ist Beckenbodentraining sinnvoll?
Beckenbodentherapie ist kein Nischenthema. Schätzungsweise jede dritte Frau und jeder fünfte Mann über 50 Jahre ist von Beckenbodenproblemen betroffen – viele schweigen darüber. Dabei sind die Möglichkeiten der Physiotherapie enorm und vielversprechend.
Schwangerschaft und Geburt belasten den Beckenboden erheblich. Gezieltes Rückbildungstraining hilft, Inkontinenz, Organsenkung und Schmerzen vorzubeugen oder zu beheben.
Belastungsinkontinenz (Husten, Niesen, Sport) oder Dranginkontinenz – physiotherapeutisches Beckenbodentraining ist die Ersttherapie der Wahl, bevor operative Maßnahmen in Betracht gezogen werden.
Nach Prostata-OP, Gebärmutterentfernung, Blasen- oder Darmoperationen unterstützt Beckenbodentherapie die Rückbildung und Wiederherstellung der Kontinenz und Stabilität.
Chronische Schmerzen im Becken, Steißbeinschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) oder beim Sitzen – oft steckt eine Beckenbodenverspannung dahinter.
Männer haben einen Beckenboden – und profitieren enorm von gezieltem Training. Besonders nach Prostataeingriffen ist Beckenbodentherapie ein zentraler Bestandteil der Rehabilitation.
Leistungssportler, Menschen mit körperlich schwerer Arbeit oder wer seinen Körper dauerhaft gesund halten will – Beckenbodentraining ist präventive Medizin.
Was stimmt – und was nicht?
Rund um den Beckenboden gibt es erstaunlich viele Halbwahrheiten – auch unter Fachleuten. Hier der aktuelle Stand der Evidenz:
„Beckenbodentraining ist nur für Frauen nach der Geburt.“
Männer haben einen Beckenboden. Und er kann genauso schwach, verspannt oder unkoordiniert sein – mit denselben Folgen.
Beckenbodentraining ist für alle Geschlechter sinnvoll.
Inkontinenz, Beckenschmerzen und Stabilitätsprobleme betreffen Menschen aller Geschlechter. Die Therapie ist in jedem Fall wirksam.
„Einfach öfter anspannen – das reicht.“
Wer den Beckenboden dauerhaft anspannt oder unkontrolliert trainiert, kann Verspannungen und Schmerzen verursachen. Entspannung ist genauso wichtig wie Kraft.
Beckenbodenfunktion = Kraft + Koordination + Entspannung.
Ein gut funktionierender Beckenboden reagiert automatisch und unbewusst – er spannt sich an, wenn nötig, und lässt los, wenn er kann. Genau das trainieren wir.
„Inkontinenz gehört nach der Geburt einfach dazu.“
Inkontinenz ist häufig – aber sie ist keine Schicksalsfrage. Sie ist gut behandelbar. Physiotherapie ist laut Leitlinien die Ersttherapie, noch vor Medikamenten oder Operationen.
Bis zu 70 % der Betroffenen profitieren nachweislich.
Metaanalysen zeigen: Gezieltes Beckenbodentraining reduziert Inkontinenz-Episoden signifikant – bei konsequenter Durchführung sogar langfristig.
Quelle: S2k-Leitlinie Harninkontinenz der Frau
Wann sollten Sie unbedingt zum Arzt?
Beckenbodenbeschwerden sind in den meisten Fällen gut behandelbar. Allerdings gibt es jedoch Symptome, die vor Beginn einer Physiotherapie ärztlich abgeklärt werden müssen:
- Blut im Urin oder Stuhl
- Plötzlich auftretender, starker Inkontinenz ohne erkennbaren Auslöser
- Schmerzen im Becken in Verbindung mit Fieber oder Gewichtsverlust
- Taubheitsgefühl im Dammbereich oder an den Innenseiten der Oberschenkel
- Spürbare Vorwölbung oder „Fremdkörpergefühl“ in der Scheide (mögliche Senkung)
- Beckenbodenbeschwerden nach einem Unfall oder Sturz
In diesen Fällen arbeiten wir eng mit Ihrem Arzt, Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Urologen zusammen. Sie haben bereits eine Diagnose erhalten? Oder eine Verordnung erhalten? Damit können Sie direkt zu uns und mit uns einen Termin vereinbaren.
Beckenbodentherapie in Krefeld – so arbeiten wir
Beckenbodentherapie ist eine Spezialdisziplin der Physiotherapie. Sie erfordert Feingefühl, Fachwissen und vor allem: eine vertrauensvolle Atmosphäre. In unserer Praxis für Physiotherapie RundumFit in Krefeld behandeln wir diskret, professionell und immer individuell.
Ausführliches Erstgespräch & Befundaufnahme – Wir erfragen Ihre Vorgeschichte, aktuelle Beschwerden und Ziele. Alles, was Sie mitteilen, bleibt selbstverständlich vertraulich.
Körperwahrnehmung & Edukation – Sie lernen, wo Ihr Beckenboden ist, wie er funktioniert und was ihn beeinflusst. Dieses Wissen ist Grundlage für jede erfolgreiche Therapie.
Die Funktionsanalyse. Wir beurteilen Kraft, Ausdauer und Koordination hres Beckenbodens.
Aktives Training – Gezielte Übungen, angepasst an Ihren Alltag: im Liegen, Sitzen, Stehen, in Bewegung. Der Beckenboden soll funktionieren – im echten Leben.
Integration in Alltagsbewegungen – Wir zeigen Ihnen, wie Sie beim Heben, Husten, Sport oder Treppensteigen automatisch richtig reagieren.
Heimübungsprogramm – Sie bekommen ein klares, realistisches Übungsprogramm für zuhause. Regelmäßigkeit schlägt Intensität.
Was wir behandeln
Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz, gemischte Inkontinenz, Beckenbodenschwäche nach Geburt oder Operation, Beckenbodenverspannung, chronische Beckenschmerzen, Steißbeinschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie), Senkungsbeschwerden (konservative Begleittherapie), Rehabilitation nach Prostata-OP sowie präventives Beckenbodentraining in der Schwangerschaft.
Häufige Fragen zum Beckenbodentraining in Krefeld
Was ist Beckenbodentraining und wie läuft es ab? +
Beckenbodentraining ist ein gezieltes physiotherapeutisches Programm zur Kräftigung, Koordination und Entspannung der Beckenbodenmuskulatur. In der Praxis beginnen wir mit einem ausführlichen Gespräch, analysieren die Funktion Ihres Beckenbodens und erarbeiten gemeinsam ein individuelles Übungsprogramm – im Liegen, Sitzen, Stehen und in Alltagsbewegungen.
Wie viele Einheiten brauche ich? +
In der Regel sind 6–10 Einheiten ein guter Einstieg. Viele Menschen bemerken nach 4–6 Wochen deutliche Verbesserungen – vorausgesetzt, das Eigentraining zuhause wird konsequent durchgeführt. Bei komplexeren Beschwerdebildern (z. B. nach Operationen oder bei chronischen Schmerzen) kann der Therapieverlauf länger sein.
Wird Beckenbodentraining von der Krankenkasse bezahlt? +
Ja. Physiotherapeutisches Beckenbodentraining wird auf ärztliche Verordnung hin von allen gesetzlichen Krankenkassen als Heilmittel erstattet. Verordnungsberechtigt sind Hausärzte, Gynäkologinnen, Urologen und Chirurgen. Auch als Selbstzahler oder mit Privatrezept sind Sie bei uns herzlich willkommen.
Können Männer auch Beckenbodentraining machen? +
Ja, unbedingt. Männer profitieren besonders nach Prostataoperationen, bei Belastungsinkontinenz oder bei chronischen Beckenschmerzen. Der Beckenboden ist bei Männern anatomisch anders aufgebaut, aber genauso trainierbar und therapeutisch genauso zugänglich. Das Thema ist leider noch zu wenig bekannt – wir sprechen es aktiv an.
Ab wann nach der Geburt kann ich mit Beckenbodentraining beginnen? +
Sanfte Wahrnehmungsübungen sind bereits ab dem ersten Tag nach der Geburt möglich und empfohlen. Mit intensiverem Beckenbodentraining beginnt man in der Regel nach der ärztlichen Untersuchung – also frühestens nach 6–8 Wochen. Wir stimmen den Einstieg individuell auf Sie ab, abhängig vom Geburtsverlauf (spontan, Kaiserschnitt, Dammriss etc.).
Ich habe keine Inkontinenz – macht Beckenbodentraining trotzdem Sinn? +
Ja. Der Beckenboden ist Teil des tiefen Stabilisierungssystems der Wirbelsäule. Wer Sport treibt, körperlich arbeitet oder Rückenschmerzen hat, kann von einem gut funktionierenden Beckenboden profitieren – ganz unabhängig von Inkontinenz. Prävention ist immer einfacher als Rehabilitation.
Was ist der Unterschied zwischen Rückbildungsgymnastik und Beckenbodentherapie? +
Rückbildungsgymnastik (oft in Kursen) ist eine allgemeine Kräftigung nach der Geburt – gut und sinnvoll. Physiotherapeutische Beckenbodentherapie ist individuell, funktionell und geht tiefer: Wir analysieren, was bei Ihnen konkret nicht funktioniert, und arbeiten gezielt daran. Bei bestehenden Beschwerden ist die Einzeltherapie der Kurs klar überlegen.
Bereit für den ersten Schritt?
Beckenbodenprobleme sind häufig – und häufig lösbar. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin in unserer Physiotherapiepraxis in Krefeld. Wir besprechen Ihre Situation vertraulich und ohne Umwege.
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